Vegane Schnupperwochen - Vorträge: Gründe für eine vegane Ernährung

Barbara, Til, Carsten
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An dem zweiten Samstag ging es hauptsächlich um Informationen und Gründe für die vegane Ernährung.

Angefangen mit einem Vortrag über Ökologie von Mareike: Um ein kg Fleisch produzieren zu können braucht man ein Vielfaches der pflanzlichen Kalorien in Form von Getreide oder Soja. Außerdem wird jede Menge Wasser benötigt, teilweise 600 mal so viel wie für pflanzliche Nahrung. Schnell wurde auch klar, dass der Unterschied zwischen einer omnivoren und einer veganen Ernährung sehr viel größer ist als zwischen einer Bio- und konventionellen Ernährung. Die Fleisch- und Milchproduktion ist ein großer – wenn nicht der größte und ausschlaggebende Faktor für den Klimawandel.

Weiterhin gab es einen Vortrag zum Thema „Ethik und Moral“ von Barbara, der sehr anspruchsvoll war. Verschiedene Perspektiven des Ethik- und Moralverständnisses wurden beleuchtet. Neben der Philosophie kam auch die Religion zur Sprache. Der Vortrag wurde mit vielen sprachlichen Bildern untermalt, so dass es trotz des komplexen Themas recht einfach war, ihm zu folgen.

Das Thema Milch spielte bei den veganen Schnupperwochen eine besondere Rolle – es war meistens das einzige Produkt, bei dem die Teilnehmer Schwierigkeiten hatten, da sie fast überall enthalten ist. Carsten und Doreen haen einen sehr ausführlichen und wissenschaftlichen Vortrag hierzu gehalten. Sowohl zu den gesundheitlichen Aspekten der Milch („Milch fördert Osteoporose“, „Diabetes“, „Allergien“, „Übergewicht“), über politische Maßnahmen („für jedes getötete Kalb bekommt der Bauer einen dreistelligen Geldbetrag“) bis hin zur Milch-Lobby („Schulmilchprogramm“).

Schnittchen
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Damit eine Kuh überhaupt Milch produzieren kann, muss sie wie jedes andere Säugetier auch ein Baby haben. Wenn das Kalb da ist, dann produziert die Mutterkuh auch nur für eine bestimmte Zeit lang Milch, danach muss sie wieder geschwängert werden, ein Baby gebären damit ihr Körper wieder Muttermilch produzieren kann. Dies hängt alles mit den Hormonen zusammen und genau wie beim Menschen auch tritt der Milchfluss erst nach der Entbindung ein. Von der Milchindustrie wird häufig suggeriert, dass eine Kuh ja zwangsläufig „Milch gibt“. Dies ist jedoch genauso absurd wie wenn man sagen würde, dass eine Frau jederzeit „Milch gibt“. Es gibt biologische Gesetzmäßigkeiten, die für alle Säugetiere gleichermaßen gelten.

Ein Gesundheitsvortrag von Annette folgte und betonte noch einmal, dass eine gesunde Ernährung zwar auf jeden Fall aus einer veganen Ernährung besteht, man jedoch auch andere Aspekte berücksichtigen sollte (Industrie-Zucker meiden, viel Rohkost essen).

Mahi gab uns danach noch einen Einblick in die Eierproduktion. Erschreckende Zahlen und noch viel erschreckendere Bilder über Hühnerhaltung, sinnlose politische Verordnungen („ausgestalteter Käfig“) und Gespräche mit Eierproduzenten. Ein Video über das Schnabelkürzen und das Zermusen und Vergasen/Ersticken der männlichen Küken, die unnütz sind, weil sie ja keine Eier legen, hat wohl auch dem letzten Eier-Liebhaber gründlich den Appetit auf diese verdorben.

Til gab anschließend noch ein paar kurze Stichpunkte zum Thema „Welthunger“ und Ressourcenverschwendung. Häufig wird in Entwicklungsländern Getreide angebaut mit dem die Nutztiere für die europäische Fleischindustrie gefüttert werden. Die Menschen vor Ort jedoch verhungern, da sie nicht genug zu essen haben. Würde man das Getreide, was sowieso in dem Land angebaut wird, direkt an die Bevölkerung geben statt sie als Viehfutter zu exportieren, gäbe es keinen Hunger mehr. Diese zunächst erstaunliche These ließ sich jedoch schnell mit wissenschaftlichen Zahlen untermauern.

Ein nachdenklicher Tag ging zu Ende.

Bücher zum hineinschauen
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Damit die Teilnehmer jedoch Alternativen – vor allem zu Käse kennenlernten, gab es noch echten veganen Hartkäse für jeden, der während des gesamten Tages schon – neben anderen Köstlichkeiten – am Buffet probiert werden konnte. Mit etwas Verspätung erreichte uns nämlich noch ein großes Sponsoring-Paket aus der Schweiz mit allerlei veganen Leckereien.

Außerdem gab es noch Aufschnitt für jeden, so dass auch die zweite Woche nicht ungewohnt wurde, sondern mit „Käse und Wurst“ ganz normal weitergelebt werden konnte – nur eben mit den veganen Varianten.

Für die Abschlussveranstaltung sollte jeder Teilnehmer auch etwas zum Buffet beitragen. Damit die Speisen ausgewogen waren haben wir kleine Lose mit verschiedenen Begriffen vorbereitet, von denen sich jeder eins mitgenommen hat. Von „Nudelsalat“ über „Kuchen“ bis zur „Torte“ war alles dabei.

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